Flugangst – Auswirkungen, Probleme und Lösungen

Nur etwas Angst vorm Fliegen oder ausgeprägte Flugangst?

Hier gibt es einen feinen Unterschied - eine Grenze, die überschritten wird. Oft vermischt sich die Erwartungsspannung vor dem geplanten Urlaub mit dem Gedanken, wie es wohl ist, wenn das Flugzeug abhebt - das Gefühl hat die Reisesicherheit ist nicht mehr gegeben - man den Boden unter den Füßen verliert und das Kribbeln im Bauch beginnt. Es macht sich Aufregung breit, die manch einem den Appetit verschlägt, andere pausenlos zur Toilette laufen lässt oder sich durch leichte Übelkeit bemerkbar macht. Zeichen mit denen der Körper häufig auf Unbekanntes und evtl. Risikobehaftetes reagiert. Überwiegend lassen diese negativen Erscheinungen nach, wenn das Flugzeug erst einmal die erforderliche Flughöhe erreicht hat und der Flug ruhig verläuft.

Anders aber bei tatsächlicher Flugangst. Die Signale sollten absolut ernst genommen werden, denn es kann im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen.

So geht die vielleicht verspürte Aufregung in Angst oder gar Panik über, denn der Betroffene glaubt um sein Leben fürchten zu müssen obwohl die Flugsicherheit gegeben ist. Dieses Alarmschlagen der Nerven wirkt sich dann wiederum auf den Körper insgesamt aus, der mit entsprechenden Reaktionen Abhilfe des Zustandes verlangt. Je nach Psyche des Menschen sind auch diese  Reaktionen mehr oder weniger heftig und nicht in jedem Fall von Mitreisenden wahrnehmbar.

Innere Unruhe löst oft ein Zittern der Hände oder das Vibrieren des Unterkiefers aus, Übelkeit mit Tendenz zum Brechreiz, Harn- oder Stuhldrang, kalte Hände und Füße oder Ohrensausen lassen sich vielleicht noch vor anderen Passagieren verbergen, was oft genug aus Stolz versucht wird - "Flugangst haben doch nur andere!". Alarmierend sind dann aber veränderte Verhaltenweisen, wie der offenkundig überzogene Genuss von Alkohol, die Einnahme von Beruhigungsmitteln, Aggressionen und offensichtliches Zittern.

Schweißausbrüche, denen Herzrasen voraus gehen kann, Ohnmachtsgefühle bis zur tatsächlich eintretenden Ohnmacht stellen dann den Höhepunkt dieser enormen psychischen Belastung dar.

Ursächlich für diese Zustände sind die Gedanken, mit denen man sich in Anbetracht des bevorstehenden Fluges beschäftigt und oft eine gewisse Neigung zu Ängsten allgemein. Das Gefühl eingesperrt zu sein, da man das Flugzeug ja nicht jederzeit verlassen kann, dem Flugpersonal - seinen Fähigkeiten und der Zuverlässigkeit der Technik ausgeliefert zu sein und damit nicht mehr selbst entscheiden zu können verursachen bedrückende Gefühle. Hinzu kommen dann Vorstellungen vom Versagen der Technik, Abstürzen, vielleicht Entführungen - die Phantasie beginnt in solchen Fällen regelrecht Blüten zu treiben und manövriert so die Nerven immer weiter in Angst und Schrecken.

Was aber können Betroffene gegen diese Flugangst tun? Nicht jeder kann bei dieser Frage mit einer konsequenten Entscheidung gegen das Fliegen reagieren, denn für sehr viele Menschen sind Flugreisen aus beruflichen Gründen unvermeidbar. Auch wenn man sich für Flugzeuge an sich überhaupt nicht interessiert, kann es sehr hilfreich sein, sich einmal genauer mit der modernen Technik eines Passagierflugzeuges zu befassen - sich theoretisch und praktisch einen gewissen Einblick verschaffen.

Dazu bietet sich auch Sichtung eines Cockpits und das Gespräch mit einem Piloten an. Wichtig ist in erster Linie, die Angst vor dem Versagen der Technik zu verlieren, denn darin liegt die Hauptursache der Flugangst. Auch über die Sicherheitsstandards der unterschiedlichen Fluggesellschaften sollte man sich informieren und sorgfältig auswählen, welcher man sich anvertraut. Hat man vorsorglich dann doch noch geeignete Medikamente dabei, ist es vielleicht doch noch zu schaffen, so einen Flug zu genießen.